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Steuer-News

Aktuelle Steuer-News aus der Steuerabteilung

Steuer-News des Monats

AKTUELLES STEUERRECHT

Gehaltsextras – Gesetzesänderung ist nicht vom Tisch

Die Bundesregierung hat im Februar die sog. Grundrente beschlossen. In der Arbeitsfassung des Gesetzes enthalten war auch eine Änderung im Einkommensteuergesetz zu den sog. Sachbezügen. In der betreffenden Änderung ging es um die Frage, wie Gehaltsextras zukünftig versteuert werden. Nun ist der Passus aus dem Grundrentengesetz gestrichen. Allerdings hat das Bundesfinanzministerium die Finanzämter angewiesen, das Urteil des Bundesfinanzhofs vorerst nicht anzuwenden (BMF-Schreiben vom 5. Februar 2020).

Zum Hintergrund: Spendiert der Chef seinen Mitarbeitern ein Gehaltsextra, kann das nach geltender Rechtslage steuerfrei bleiben. Das will die Finanzverwaltung, vor allem bei einer Gehaltsumwandlung, nicht akzeptieren. Das bedeutet: Verzichten Arbeitnehmer auf Geld und bekommen stattdessen ein Jobticket, ein Jobrad oder einen Gutschein vom Arbeitgeber, ist der Steuervorteil weg. Auch wenn das Extra zusätzlich zum Lohn gezahlt wird, würde es künftig schwieriger. Damit reagiert die Finanzverwaltung auf ein bürgerfreundliches Urteil des Bundesfinanzhofs vom August 2019. Das Gericht hatte das Kriterium „zusätzlich“ zum Arbeitslohn weit ausgelegt (Az.: VI R 32/18). Dieses Urteil sollte mit der Gesetzesänderung ausgehebelt werden.

Zwar ist die Regelung im Grundrentengesetz gestrichen worden, sie soll aber in einem der nächsten Steuergesetze umgesetzt werden. Auch wenn die Verschärfung damit nicht vom Tisch ist, wird sie dann zumindest von den Steuerexperten im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens ausreichend diskutiert werden können. Dies wäre bei der heimlichen Änderung im Grundrentengesetz nicht der Fall gewesen.


AKTUELLES STEUERURTEIL

Positives Steuerurteil zur Wasserkanalsanierung

Kosten für die Modernisierung oder Instandsetzung eines vorhandenen Entwässerungskanals können Vermieter direkt bei der Steuer absetzen. Das gilt auch, wenn das alte Haus abgerissen und der Neubau vermietet wird.

Im Entscheidungsfall riss der Kläger ein altes Haus ab und setzte ein neues Zweifamilienhaus auf das Grundstück, das er anschließend vermieten wollte. Dazu musste er einen Schaden an einem bereits vorhandenen Abwasserkanal beseitigen, der durch einen Wurzeleinwuchs entstanden war. Die Arbeiten erfolgten auf öffentlichem und privatem Grund. Dafür zahlte er 10.070 Euro, die er in seiner Einkommensteuererklärung direkt als Werbungungskosten geltend machte. Zu Recht, wie der Bundesfinanzhof entschied. Aufwendungen für die Erneuerung bereits vorhandener Kanäle seien keine Herstellungs- oder Anschaffungskosten für das Gebäude, deshalb müssen die Kosten nicht über mehrere Jahre abgeschrieben werden, so die Richter (Az.: IX R 2/19). Nicht sofort abziehen durfte der Kläger hingegen 535 Euro, die auf den erstmaligen Hausanschluss für das neue Gebäude entfielen, denn es handelte sich hierbei nicht um eine Erhaltungsmaßnahme. 

Verweigert das Finanzamt für Sanierungsaufwendungen im Zusammenhang mit zumindest teilweise noch funktionierendem Abwassersystem den Werbekostenabzug, kann Einspruch gegen den Steuerbescheid eingelegt werden.


AKTUELLES AUS DER FINANZVERWALTUNG

Anwendungsschreiben zur energetischen Gebäudesanierung erwartet

Neues Dach, gedämmte Wände, energiesparende Fenster: Wer sein Haus vom Profi sanieren lässt und dadurch den Energiestandard verbessert, kann die Kosten in der Steuererklärung absetzen. Die Neuregelung gilt ab dem Jahr 2020.  Damit lassen sich bis zu 40.000 Euro Steuern sparen: Denn 20 Prozent der Kosten, maximal 40.000 Euro je Objekt, können – über drei Jahre verteilt – von der Steuerschuld abgezogen werden. Das Besondere: Anders als bei den Handwerkerleistungen können neben den Arbeitskosten auch die Materialkosten abgesetzt werden! Voraussetzung ist, dass die Sanierung von einem Fachunternehmen durchgeführt und bescheinigt wird. Zudem muss das Haus älter als 10 Jahre alt sein.

Weitere Details wird das Bundesfinanzministerium nun voraussichtlich in einem Verwaltungsschreiben klären. So haben sich in der Praxis z. B. Fragen zum Umfang der Förderung ergeben. Denn es können auch sog. Umfeldmaßnahmen begünstigt werden. Was darunter konkret zu verstehen ist, ist bislang offen. Auch die Ausgaben für einen Energieberater sind abzugsfähig. Wie das berechnet wird, ist jedoch ebenfalls noch ungeklärt. Für die Praxis dürfte das erwartete Anwendungsschreiben daher sehr hilfreich sein.