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Steuertipps

Worauf Sie achten müssen, was Sie sparen können!

Steuertipp des Monats

Angehörigendarlehen: Zinssatz vereinbaren

Betriebsinhaber, die von einem Angehörigen ein unverzinsliches Darlehen erhalten haben, das länger als ein Jahr läuft, sollten einen kleinen Zinssatz vereinbaren. Der Vorteil: Das Finanzamt muss dann prinzipiell den kleinen Zinssatz akzeptieren, ansonsten rechnet die Behörde mit 5,5 Prozent Zinsen ab.

Zum Hintergrund: Bilanzierende Unternehmen, z. B. GmbHs, haben Wirtschaftsgüter, die in ihrer Bilanz ausgewiesen sind, zu bewerten. Das gilt auch für Darlehensverbindlichkeiten. Wurde kein Zinssatz vereinbart und läuft das Darlehen noch mehr als 12 Monate, erfolgt per Gesetz eine Abzinsung mit 5,5 Prozent. Gegenwärtig ist unklar, ob dieser hohe Zinssatz noch verfassungsgemäß ist. So hat das Finanzgericht Hamburg in einem Beschluss erhebliche Bedenken an der Verfassungsmäßigkeit der gesetzlichen Regelung zur Abzinsung von Verbindlichkeiten geäußert (Az. 2 V 112/18). Wird die Verbindlichkeit daher mit 5,5 Prozent abgezinst, ist es empfehlenswert, den Steuerbescheid mit einem Einspruch offen zu halten. Wer erst gar nicht in die 5,5-Prozent-Verzinsung rutschen möchte, sollte für das unverzinsliche Darlehen am besten direkt einen Zinssatz vereinbaren. Dabei genügt es, eine geringfügige Verzinsung von knapp über 0 Prozent mit dem Angehörigen abzumachen. Die Zinsabrede sollte vor dem Bilanzstichtag getroffen werden, beginnen kann die Verzinsung aber später, so der Bundesfinanzhof (Az.: XI R 30/16). Daher kann beispielsweise noch bis zum 31. Dezember 2019 eine Verzinsung vereinbart werden und der Zinslauf erst 2020 beginnen. Damit kann ein hoher Ertrag aus der Abzinsung der Verbindlichkeit beim Betriebsinhaber vermieden werden.

Zudem sollte bei Darlehen zwischen Angehörigen immer darauf geachtet werden, dass das Darlehen fremdüblich ist, also so auch mit einem nicht Verwandten abgeschlossen worden wäre. Andernfalls erkennt das Finanzamt das Darlehen gar nicht an.


Erbschaftssteuer bei der zeitnahen Weiterschenkung

Schenken Eltern ihren Kindern ein Grundstück, das sie zuvor selbst unmittelbar von ihren Eltern erhalten haben, handelt es sich trotzdem um eine Schenkung zwischen Eltern und Kind. Der Vorteil: Es gelten die höheren Schenkungsteuerfreibeträge. Bei Schenkungen zwischen Kindern und Eltern sind das 400.000 Euro, während der Freibetrag bei Schenkungen von den Großeltern direkt an die Enkelkinder nur bei 200.000 Euro liegt.

Im Urteilsfall übertrug eine Großmutter mit notarieller Urkunde ein Grundstück an ihre Tochter. Diese übertrug einen Teil des Grundstücks, ebenfalls mit notarieller Urkunde, am selben Tag weiter auf ihre Tochter und damit die Enkeltochter der ursprünglichen Schenkerin. Ein vorab von den Großeltern gemeinschaftlich geschlossenes Testament sah bereits die Weiterübertragung des Grundstücksteils an die Enkeltochter vor. Das Finanzamt vertrat die Auffassung, die Enkelin hätte den Grundstücksteil direkt von ihrer Großmutter erhalten, sodass lediglich ein Freibetrag in Höhe von 200.000 Euro zu berücksichtigen sei. Das sah das Finanzgericht im Fall anders. Ein Testament, das die Weiterübertragung vorsieht, reicht nicht aus. Die Richter stellten vielmehr fest, dass es sich um eine freiwillige Weitergabe des Grundstücksteils der Mutter an ihre Tochter handele, sodass der höhere Steuerfreibetrag von 400.000 Euro gelte (Az.: 3 K 123/18). Die Revision wurde nicht zugelassen. Betroffene können sich daher direkt auf die Gerichtsentscheidung beziehen, wenn das Finanzamt in vergleichbaren Fällen nur die geringeren Freibeträge für Schenkungen zwischen Großeltern und Enkelkindern berücksichtigen will.